Uf em Bänkli mit Lea R. (50) in Zürich

„Ich würde gerne eine Geschichte erzählen, bei der jeweils alle entweder lauthals lachen oder den Kopf schütteln. Sie begleitet mich seit meiner Lehrzeit, also gute 35 Jahre.“

„Na da bin ich mal gespannt, was jetzt kommt.“

„Es wird ja landläufig behauptet, Frauen können nicht logisch denken, oder zumindest haben sie eine andere Logik als Männer. Dem stimme ich immer absolut zu. Denn ich kann es beweisen. Nehmen wir Zahlen. Denn Zahlen lügen nie.

Mein erklärtes Hassfach in der Schule war Buchhaltung. Zu meinem Leidwesen sass ich im Schulzimmer in der ersten Reihe. Meine Banknachbarin war blitzgescheit und konnte so richtig gut mit Zahlen umgehen. Ausserdem hatte sie eine Engelsgeduld mit mir, was ich von unserem Buchhaltungslehrer nicht behaupten kann. Sein Lieblingsspruch für uns Mädchen war jeweils, wir sollten froh sein, dass wir hübsch seien. So könnten wir wenigstens früh heiraten. Das mit dem Rechnen würde wohl nie Erfolg versprechen. Wie habe ich ihn gehasst.

Meine liebe Banknachbarin Esther hat sich drei Jahre lang bemüht, mir die Logik der Buchhaltung zu erklären. Ich sage – erfolglos. Sie sagt – erfolglos. Der Rest der Welt sagt – erfolglos.

Bis ich entdeckte, dass Buchhaltung ganz einfach geht.

Dies ist die heutige offizielle Erklärung von Kreditoren und Debitoren aus dem Internet:

Ein Kreditor ist der Gläubiger, der einem Unternehmen Waren oder Dienstleistungen liefert und eine Rechnung stellt. Ein Debitor ist der Schuldner, der diese Rechnung bezahlen muss. Vereinfacht gesagt ist der Kreditor derjenige, der etwas gibt (liefert), der Debitor derjenige, der etwas bezahlen muss.  

So weit so gut. Bis heute verstehe ich nicht, warum man uns in der Schule mit Kontenkreuzen, Betriebsabrechnungsbögen etc. quälen musste. Denn es geht wirklich viel einfacher.

Buche einfach: Kreditor an Debitor. Zack, alles geht auf, die Sache ist geritzt und geklärt. Die Konten stimmen.

Das ist jeweils der Moment, wo mich meine Gegenüber ungläubig, unsicher anschauen. Meistens gefolgt von der Frage, ob dies mein Ernst sei. Ja, natürlich ist das mein Ernst. Denn es ist die einzig einfache und logische Erklärung wie Buchhaltung geht.

Auf der einen Seite ist der Kreditor, also der Gläubiger. Auf der anderen Seite ist der Debitor, also der Schuldner. Wenn man sie gegeneinander bucht, geht die Rechnung logischerweise auf. Auf beiden Seiten. Sogar mit null. Perfekt. Einfacher und verständlicher gehts nicht. Oder? Alles klar?

Ohje… auch Dein Blick spricht Bände und die gleiche Sprache, wie bei allen anderen. Doch, ich halte daran fest. Genau so und mit dieser, meiner Logik verstehe ich Buchhaltung und sie geht immer auf.

Vielen Dank fürs Zuhören. Ich würde Dir, liebe Lea für den Einblick in Deine weibliche Logik. Da muss ich jetzt erst mal drüber schlafen.“

Wie hat Dir dieser Beitrag gefallen?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Es tut uns leid, dass der Beitrag für dich nicht hilfreich war!

Lasse uns diesen Beitrag verbessern!

Wie können wir diesen Beitrag verbessern?

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen