Uf em Bänkli mit Thomas K. (38) – in Kyburg
„Du und alle Leser werdet mich auslachen. Auch wenn ich ganz genau weiss, dass es den meisten von Euch genau so ergeht, wenn sie Besitzer eins Basilikums im Topf sind.
Ich kann kaum mehr zählen wie viele Basilikumtöpfe ich schon getötet habe. Also eigentlich habe nicht ich sie getötet sondern sie haben bei mir einfach nie nicht überlebt. Auch wenn ich zu meiner Verteidigung sagen muss, dass sie das bei fast niemandem tun.
Wie heisst eigentlich die korrekte Mehrzahl von Basilikum? Basilikümmer? Oder Basiliken? Niemand weiss es so genau. Ich schon gar nicht.
Vor einigen Jahren hatte ich eine Nachbarin, die unter mir wohnte. Sie hatte eine grosse Terrasse mit einem riesigen Pflanzentrog, voll mit Basilikum und anderen Gartenkräutern. Der stand das ganze Jahr draussen und hat immer jede Jahreszeit überlebt. Er hat nicht nur überlebt, er wurde immer grösser und schöner. Als ich sie eines Tages gefragt habe, wie sie das anstelle, antwortete sie mir mit breitestem Grinsen: nichts mache sie, gar nichts und sie sei überzeugt dies sei die Lösung. Wie in bella Italia. Das war dann schon etwas seltsam. Mir ist klar dass dies bei mediterranem Klima funktioniert. Aber hier bei uns in der Schweiz?
Es ging nicht anders, ich musste einfach jeden Frühling mindestens einen Topf mit Basilikum kaufen. Wenn ich es nicht machte, dann tat es ganz bestimmt meine Freundin. Denn wir beide lieben dieses Kraut. Auf den Sommer hin, zu Tomaten und Mozzarella ist es einfach unverzichtbar. So geschehen auch letztes Jahr. Wir kauften ein ganz besonders schönes, volles und buschiges Exemplar. Kerngesund war er als wir ihn auf unseren Küchentresen, an den besten Ort mit genügend Licht stellten. Nicht zu viel Licht, keine direkte Sonne, aber hell genug wie er es mag. Sogar die Blätter haben wir wie aus dem Lehrbuch abgezupft, nicht geschnitten. Wir schafften es in dem Frühling und Sommer, dass er nicht einging. Irgendwie hatten wir wohl beim gefühlten 250. mal alles richtig gemacht.
Es wurde Herbst und der Basilikum lebte immer noch. Er hat uns manch leckeres Gerichte verfeinert und wir waren stolz auf uns. Es war wie ein kleines Wunder.
Dann standen unsere Herbstferien vor der Tür. Wir wussten, der Basilikum überlebt nicht ohne unser Zutun – schon gar nicht bei uns. So gab ich mir die Blösse, klingelte bei unserer (auch) italienischen Nachbarin und bat sie um Mithilfe. Ich meine, wenn irgendwo Basilikum überleben kann, dann bei einer italienischen Familie. Sie lachte und meinte, wir hätten aber grosses Vertrauen in sie. Denn sie würde einfach jedes Jahr zwei neue Töpfe davon kaufen. Wenn sie dann im Sommer fünf Wochen weg seien werfe sie diese auf den Kompost. Dies wiederhole sie seit zehn Jahren immer so. Den Stress täte sie sich nicht an, den vielen heiklen Bedürfnissen des Gewächses nachzukommen.
Ich war etwas konsterniert, aber ehrlich gesagt auch ein bisschen beruhigt. Sogar einer Italienerin passierte es, dass das südliche Kraut nicht überlebt. Allora, kein Problem, mache das beste draus liebe Ramona. Wenn er stirbt ist es auch egal, dann kaufen wir im nächsten Frühling einen neuen wie immer.
Wir genossen unsere zwei Wochen Ferien in der Sonne ohne auch nur einen Gedanken an den Basilikum zu verschwenden. Bei unserer Heimkehr war ich sehr neugierig wie es ihm ging. Ich klingelte, Ramona kam freudestrahlend zur Tür und verkündete mir, dass es ihm blendend gehe. Tatsächlich! Er sah aus wie neu. Erholt, buschig und propper. Das gabs doch nicht, wie hat sie das bloss gemacht? Ich war beeindruckt. Aber nicht lange. Denn sie fängt schallend an zu lachen und beichtet mir, dass der Basilikum bereits nach einer Woche gestorben sei und sie heute rasch einen neuen gekauft hätte. Wer sagts denn…“
„Oha… ich fühle mit Dir, seit ich selber koche geht mir jährlich ein Basilikum im Topf ein. Magst Du mir noch Dein Lieblingszitat verraten, lieber Thomas?“
„Alles hat ein Ende…“
Hier gehts zu Thomas Lieblingsrezept: …….