Es freut mich ausserordentlich, dass Heidi ein zweites Mal mit mir auf einem Bänkli sitzt um eine Geschichte zu erzählen. Als kleines Dankeschön überreiche ich ihr einen nigelnagelneuen Bänkli-Minibag. Heidi wäre nicht Heidi, wenn sie sich nicht sehr gefreut hätte. Sie war sofort bereit für ein Foto damit zu posieren. Danke Heidi, das ist super, denn dieses Bild werde ich in wenigen Tagen für eine Verlosung verwenden.

„Schön, dass Du wieder mit mir zusammensitzt, meine Liebe. Ich bin gespannt was mich diesmal erwartet.“
„Ich danke Dir, dass ich nochmals eine Geschichte erzählen darf.“
„Sehr gerne, Du bist jederzeit herzlich willkommen.“
„Ich erzähle heute von meiner ersten grossen Liebe, meinem Papi. Er kam 1952 zur Welt und war ein Tausendsassa. Sein Leben lang suchte er nach einem Weg um schnell viel Geld zu machen, ohne dafür viel arbeiten zu müssen. Er war ein sehr cleverer Mann. Das heisst nicht, dass er nicht fleissig war. Er war früher einmal Krankenpfleger. Doch dieses acht bis siebzehn Uhr arbeiten, den ganzen Tag im Spital sein, war nicht seins.
Irgendwann um 2009 herum kam er auf den Trichter, dass er ins Immobilien Geschäft einsteigen sollte. Leider hatte er kein Geld dafür. Er hatte nichts auf der Seite, benötigte jedoch für sein geplantes Projekt 60‘000.- Euro. Diesen Betrag hat ihm dann eine Kollegin vorgeschossen. In spätestens zehn Jahren müsse er ihr den Betrag zurückbezahlt haben.
Davon hat er sein erstes Grundstück in Rosenheim an der Bahn gekauft. Ein riesiges Grundstück, das aufgrund der schlechten Lage (an der Bahnlinie) keiner haben wollte. Er entschied, daraus einen riesigen Parkplatz zu bauen, inklusive einem imposanten Tor für die Ein- und Ausfahrt. Wenn es möglich gewesen wäre, hätte er Häuser gebaut. In dieser Umgebung wurden aber keine Baubewilligungen für Häuser erteilt. So entstand dieses Parkplatz Projekt. Innerhalb drei Jahren konnte er problemlos die geliehenen 60‘000.- Euro zurückzahlen. Obendrein hatte er sein eigenes Park and ride.
So fing das an mit den Immobilien. Nach drei Jahren hatte er das Grundstück an der Bahn wieder verkauft. Mit dem Gewinn kaufte er das nächste Objekt. So machte er dies immer wieder. Kaufen, vermieten, ausbauen, mit Gewinn weiterverkaufen. Er kaufte jeweils Grundstücke die keiner haben wollte. Objekte aus Zwangsversteigerungen, oder eben solche an einer unattraktiven Lage. Das war sehr clever von ihm, denn dort waren die Preise tief. Einmal kaufte er einen Schrottplatz, den keiner wollte. Doch er wusste, irgendwann wird es dafür keine Lizenzen mehr geben (Umweltschutz, Gesetze etc.). Der Erfolg gab ihm auch hier recht.
Irgendwann ging er in den Osten Deutschlands. Er stellte fest, dass er dort Grundstücke und Immobilien für einen Apfel und ein Ei erwerben konnte. Gesagt getan, kaufte er, baute um und sanierte. Wenn er die Immobilien gewerblich weitervermietete, konnte er viel mehr Gewinn daraus ziehen, als bei Privaten Kunden. Ausserdem hatte er mit Geschäftsmietern viel weniger Scherereien, als mit den Privaten. Er war ein richtiger Fuchs. Über die nächsten fünfzehn Jahre hat er sich so sein eigenes Imperium aufgebaut. Zu Hause hat seine zweite Frau (nicht meine Mama) für ihn die Buchhaltung geführt. Sie nannte es liebevoll die Verwaltung der Ideen ihres Mannes. Das klingt doch schön, nicht?
Einmal kaufte er ein so grosses Grundstück, dass kein Mensch so genau wusste, wie gross es eigentlich war. Denn es war komplett zugewachsen wie ein kleiner Urwald. Doch er wollte es unbedingt besitzen. Er liess den Bagger kommen und alles aufräumen. Je mehr Fläche gerodet war, desto mehr kam zum Vorschein. Zum Beispiel im hinteren Teil des Anwesens ein grosser Weiher. Aus dem ganzen wurde das Projekt ein Haus am See. Es wurde wunderschön, einfach fantastisch, ein pures Luxusobjekt.
Er war sicher der richtige Mann, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, mit einem guten Gespür und einer Portion Glück. Der Immobilien Markt boomte und er hatte immer das Beste daraus gemacht. Irgendwann hatte er vier Firmen und mehr als vierzig Mieter.
Meine Mutter (seine Exfrau) und meine Schwester haben ihn belächelt und nicht ernst genommen. Sie bezeichneten ihn als faul und waren überzeugt dass er es nie zu etwas bringen würde. Die beiden hatten keine Ahnung was er sich aufgebaut und erarbeitet hatte. Sie ahnten ja nicht, wieviel er damit verdient hatte.
Mein Papi war der Typ, der etwas circa fünfzehn Jahre machte. Danach hatte er einfach keine Lust mehr drauf. Man hat gemerkt, er war 65 und hatte langsam genug. Er sagte er wolle nicht bis zum Tod arbeiten. Seine Idee war, mir das ganze zu übergeben. Er konnte es mir nicht einfach schenken, aber er konnte es mir verkaufen. So blieb die Kirche im Dorf und meine Schwester konnte den Deal nicht anfechten.
Wir waren 2019 bei den Anwälten und dem Notar um uns zu informieren. Ich machte ihm keinen Druck und sagte ihm er solle es dann machen wenn er dazu bereit sei. Aber das brachten wir nicht innerhalb zwei Monaten über die Bühne. Schlussendlich brauchte er noch drei Jahre bis er bereit war für den Verkauf an mich.
Mein Papi und seine zweite Frau waren 30 Jahre zusammen und haben die Winter in Spanien verbracht. Nicht immer in der gleichen Gegend, einmal Fuerteventura, Barcelona, Benidorm und so weiter. Nach drei, vier Jahren sind sie jeweils weitergezogen. Sie waren Camper aus Leidenschaft und fuhren ein riesiges Vehikel. Inklusive VW up! auf dem Anhänger, der war immer mit dabei. Mit dem waren sie dann jeweils in Spanien unterwegs. Sie hatten auch immer einen Roller mit dabei für kurze Strecken.
Den Weihnachtsbaum hat er zum Beispiel immer mit dem Roller transportiert. Man stelle sich dies einmal vor. Ein alter Mann auf einem Roller, mit Weihnachtsbaum unter dem Arm… Es kam dann wie es kommen musste. Die spanische Polizei hat ihn angehalten weil es verboten war einen riesigen Weihnachtsbaum auf einem Roller zu transportieren. Sie fragten ihn warum er das mache und wo er hinwolle. Zum Campingplatz natürlich, denn ohne Weihnachtsbaum war Weihnachten nicht Weihnachten. Die Moral der Geschichte war: die Polizei war der Meinung so könnten sie ihn nicht fahren lassen. Doch sie würden ihn bis zum Campingplatz eskortieren, das ginge dann in Ordnung. So war das mit meinem Papi. Er hatte einen ureigenen Charme und eine sehr eigene Art mit Menschen umzugehen. Das hat ihm wohl manchen Ärger und manches Problem erspart.
Zurück ins Jahr 2019. Papi und seine Frau fuhren über den Winter mit dem Camper nach Benidorm. Er hat mich beauftragt, alles für den Verkauf an mich vorzubereiten. Er sei nun bereit dafür, er wolle nicht mehr arbeiten. Er wollte das alles im März über die Bühne ging wenn er in die Schweiz zurückkäme. Den Notariatstermin hatten wir bereits vereinbart.
Der März 2020 kam, doch Papi war noch nicht bereit. Es wurde 2021 bis er sich dazu im Stande fühlte. Er sagte, wenn sie im Frühling 2022 zurück kämen würden wir alles erledigen.
Im März 2020 kam Corona in unser aller Leben. Im Nachhinein wissen wir, dass Papi Corona hatte und zwar so schlimm, dass er hospitalisiert werden musste. Im Spital entdeckte man offenbar durch Zufall, dass er an Blasenkrebs erkrankt war. Wir wussten damals von nichts, er hat uns nicht darüber informiert. Nicht einmal seiner Frau hat er etwas davon gesagt. Der Krebs war bereits ziemlich fortgeschritten und die Ärzte wollten ihn operieren.
Da mein Papi früher Krankenpfleger war, hat er das bereits viel länger vorher schon geahnt. Wenn seine Schmerzen, das Blut im Urin wieder überhandnahmen, hat er sich selbst einen Katheter gesetzt um sich Erleichterung zu verschaffen. Auch hier – wir wussten von all dem nichts.
Nach dem Spitalaufenthalt haben wir schon gemerkt, dass er viel an Gewicht verloren hatte. Wir schoben es auf seine Corona Erkrankung.
Ein Jahr später hatte er wieder Probleme mit der Blase. Auch da hatte er niemandem etwas von seinem Befund erzählt. Er redete von irgendwelchen Ablagerungen und verharmloste vor uns das Thema. Seine selbst verordnete Therapie war jeweils, alles schädliche auszuscheiden was in seiner Blase war. Immer wieder setzte er sich einen Katheter und was dabei rauskam war grässlich. Blutklumpen waren im Urin. Er hatte extreme Schmerzen, weil alles durch die Klumpen verstopft war. Eines Tages war es so schlimm, dass er vor Schmerzen auf der Toilette zusammengebrochen war. Es war unglaublich, mit letzter Kraft hat er noch alles fotografiert, was da raus kam um es festzuhalten.
Irgendwann war wohl alles draussen und er tat kund, dass er mit seiner Selbsttherapie schon richtig gehandelt hätte. Aber er hatte dabei sehr viel Blut verloren.
Im Sommer 2021 wurde Papi wieder schwer krank. Er meldete sich nicht mehr bei mir, ich versuchte ihn unzählige Male zu erreichen. Er rief mich dann vom Spital aus an und meinte ich solle mir nicht so viele Sorgen machen. Er sei dort gut versorgt. Ich war äusserst besorgt, denn so kannte ich ihn nicht. Ich fragte ihn, warum er denn im Spital sei. Das wüsste er auch nicht so genau. Die Ärzte seien noch am suchen. Es sei vielleicht wieder etwas mit der Blase. Aber er rückte nicht mit der Wahrheit raus. So war er, mein Papi.
Im Dezember 2021 kamen Papi und seine Frau mit dem Riesenwohnmobil wieder in die Schweiz zurück. Als erstes fuhren sie zu uns, ich sah zu wie sie einparkten. Als er aus dem Wohnmobil ausstieg sah ich wie schlimm es um ihn stand. Das war nicht mehr mein Vater. Mein Vater sah nicht so aus. Er war immer ein gestandener, grosser, stämmiger, breiter Mann. Ein Baum, ein Fels. Jetzt stand da ein Hering. Das Gesicht eingefallen und man sah ihm seinen grossen Kampf an. Innert einem halben Jahr war sein Äusseres völlig verändert.
Ich sprach ihn darauf an und er hat wieder alles heruntergespielt. Ich solle mir nicht solche Sorgen machen. Er würde mindestens hundert und vier Jahre alt werden. Alles sei in Ordnung, er müsse nur wieder zu Kräften kommen. Wie wir es besprochen hätten, könnten wir die Übergabe der Firma im März vollziehen.
Etwas war ganz komisch als Papi und seine Frau nach fünf Tagen bei uns wieder wegfuhren. Wir haben uns herzlich verabschiedet, wie immer. Machs gut, ich habe Dich lieb, pass auf Dich auf und so weiter. Dann fuhren sie los. Ich ging in die Wohnung zurück und sagte zu meinem Mann, das sei das letzte Mal, dass ich Papi gesehen hätte. Ich hatte das im Gefühl.
Noch vor Weihnachten habe ich alle Papiere vorbereitet. Ich habe Papi die Verträge geschickt. An Weihnachten haben wir noch miteinander telefoniert. Er versicherte mir, dass es ihm gut gehe. Er schickte sms, Sprachnachrichten, Fotos, Videos als wäre alles normal. Er wirkte zwar müde und erschöpft. Aber er tat als wäre alles wieder gut.
Seit Juli 2021 hat Papi offenbar immer mit Katheter gelebt. Auch das haben wir erst im Nachhinein erfahren. Ohne Katheter wäre es gar nicht mehr gegangen. Seine Frau hat irgendwann davon erfahren. Doch sie hat nichts dazu gesagt. Sie wusste, dass er seine eigene Meinung zu seinem Körper hatte. Er verweigerte immer noch eine Operation.
In Benidorm hatte er kurz vor Weihnachten einen geplanten Termin bei einem Blasenspezialisten um eine zweite Meinung einzuholen. Sie fuhren nach Spanien. Am Morgen des Termines sassen sie gemeinsam am Frühstückstisch. Da sagte er zu ihr dass er nicht zu diesem Arzt gehe. Sie erwiderte, dass er diesen Termin selbst ausgemacht und gewollt habe. Nein, er wolle nicht da nicht hin.
Später habe ich sie einmal gefragt, warum sie sich nie gegen ihn durchgesetzt hatte. Sie hätte ihm nicht reinreden oder mit ihm streiten wollen. Sie erklärte mir, er sei nun mal so wie er sei. Sie wollte ihn nicht verärgern oder ändern. Er sei ein erwachsener Mann und wisse was er zu tun habe. Es hätte nur Streit gegeben. Verändert hätte es nichts. Sie hatte recht. Denn so war er, ein nein war ein nein.
Sylvester kam und er schickte viele sms und Sprachnachrichten. Wir telefonierten und er beteuerte, dass es ihm gut gehe, ich mir keine Sorgen machen müsse. Wieder fragte er mich ob ich mit allen Unterlagen bereit sei für den Termin im März. Ja, natürlich war ich das.
Am 22. Januar 2022 hatte ich einen Kundentermin und entdeckte danach auf meinem Handy einen verpassten Anruf von Papsi. Dann kam noch ein whatsapp: Ruf mich sofort an! Ich drückte auf zurückrufen. Seine Frau war am anderen Ende? Ich fragte sie, ‚was ist bei Euch passiert?‘ Sie sagte, Dein Papsi ist gestorben. Meine Welt zerbrach in tausend Stücke.
Es war tatsächlich so, der Blasenkrebs hat ihn umgebracht. Er hatte in seiner letzten Nacht furchtbare Schmerzen, innere Blutungen. Irgendwann hielt er es nicht mehr aus mit dem Katheter und hat diesen rausgezogen. Ab dann floss das Blut nur noch aus ihm raus. Sie durfte keinen Arzt rufen, ihn nicht ins Spital bringen. Er hat sich wie verrückt dagegen gewehrt, er war so stur. Dann brach er zusammen und sielief aus dem Wohnmobil. Draussen hat sie nur noch wie eine Wahnsinnige geschrien. Sie hat nach allem gerufen: um Hilfe, Polizei, Feuerwehr, Ambulanz, dem Notarzt. Der Direktor des Campingplatzes kam angerannt um zu helfen. Sie wickelten den blutenden Papsi in den Teppich auf dem er lag, um ihn ins Spital zu fahren. Da sagte Papsi zu seiner Frau: , Schätzelein ich schaffe es nicht mehr, wir sehen uns im nächsten Leben.‘
Trotzdem fuhren sie ihn ins Spital. Dort behandelte man ihn umgehend. Doch er konnte aufgrund von Atemnot nicht mehr sprechen. Sie konnte kein Spanisch, das Spitalpersonal konnte kaum Englisch. Die Verständigung war sehr schwierig. Sie zog irgendwann die Brauen hoch und ihr fragender Blick sprach Bände. Die Antwort des Arztes war ein Nicken. Schlussendlich war er dort aufgrund des grossen Blutverlustes gestorben.
Ihr wurde der blutgetränkte Bademantel in die Hand gedrückt und sie fuhr damit zurück zum Wohnmobil. Dort begann sie wie eine Wilde das ganze Wohnmobil zu reinigen. Im Schock, war es ihr gar nicht möglich etwas anderes zu tun.
Am nächsten Tag flogen mein Mann und ich nach Barcelona. Von dort fuhren wir noch vier Stunden mit dem Auto bis nach Benidorm. Wir waren fix und fertig und hundemüde. Um uns wach zu halten haben wir pausenlos geredet. Stundenlang haben wir über die Bibel geredet. Das gabs zuvor noch nie. Statt zum Campingplatz lotste uns das Navi in eine andere Strasse und wir standen plötzlich vor dem Krematorium. Dort lag Papi aufgebahrt. Als Ziel haben wir aber den Campingplatz eingegeben. Das war sehr schräg.
Vor Jahren hat mir mein Papi einen Zettel gegeben. Darauf hatte er festgehalten, was bei seinem Tod mit ihm geschehen soll. Er wollte kremiert werden, die Asche sollte im Meer in Italien verstreut werden und niemand sollte schwarz gekleidet sein.
Papis Pragmatismus praktizierend entschied ich, ihn nicht nach Italien zu transportieren. Er sollte hier in Spanien ins Meer gehen und wenn es sein musste sollte er nach Italien schwimmen.
Seine Frau hatte extra eine Sandurne besorgt, die sich im Meer auflöst. Leider war es die ganze Woche kaltes, windiges, regnerisches Scheisswetter. Nichts desto trotz haben wir die Meerbestattung auf den Tag der Einäscherung geplant.
Interessanterweise war es einfach ein Schiff mit Steuermann zu finden, der uns bei diesem Unterfangen half. Es war wie ein Wunder. Genau an diesem Tag schien die Sonne prächtig, das Meer war ruhig und spiegelglatt. Das Wasser hat gefunkelt und geglitzert. Wir waren alle gemeinsam auf diesem Schiff, hörten Papis Lieblingsmusik und verstreuten seine Asche im Meer.
Eine Sorge hatten wir aber noch. Wir wollten das ganze festhalten. Der Skipper war ein toller Mann. Er hat alles für uns gefilmt.
Es war schön. Ja, natürlich auch traurig. Wir waren alle ergriffen und fühlten uns Papi so nah. Es war ein wunderbarer Abschied.
Das Traurigste nebst seinem Verlust ist für mich bis heute, dass er immer gesagt hat Heideli, ich will nicht bis zu meinem Tod arbeiten.“
„Vielen Dank für diese tragische, bewegende Geschichte, liebe Heidi.“