Uf em Bänkli mit Sabine (48) – in Zürich

Sabine und ich sitzen auf einem Bänkli, um uns spriesst das Frühlingsgras. Der Plan war, uns die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen. Obwohl es bereits mitte Mai ist, frieren wir. Die Eisheiligen gibts tatsächlich.

«Ich möchte Dir gerne die Geschichte einer sehr speziellen Hochzeit erzählen. Diese ereignete sich, als ich ungefähr 22 Jahre alt war. Zu dieser Zeit flatterten jedes Jahr zwei, drei Einladungen zu Hochzeitsfeiern ins Haus. Es war wieder so weit, im Briefkasten lag ein wunderschöner Umschlag, mit zarten Blütenranken verziert. Darin auf dickem, teuren Papier die Einladung zur Hochzeit von Roland und Corinne.  Sie war hübsch mit denselben Blütenranken, selbstverständlich fehlten auch die obligaten Herzchen nicht.

Ich kontrollierte meine Agenda. Alles paletti, am besagten Datum hatte ich noch nichts eingetragen. Somit war die Sache klar. Sofort rief ich Roland an (wer zur Hölle war Corinne?!?), um ihm für die Einladung zu danken und mich anzumelden. Wir plauderten noch einige Minuten über Gott und die Welt und ich sagte ihm, dass ich mich (nicht) freue, seine zukünftige Frau kennen zu lernen. Er lachte sein unwiderstehliches, leicht zynisches Lachen und sagte, das wisse er. Es sei aber toll von mir, dass ich trotzdem kommen würde. Ich erkundigte mich nach der Wunschliste und er meinte, dass er mir diese schicken würde. Es war ja noch genügend Zeit, die Hochzeit würde erst Ende Juli stattfinden. Natürlich würde sie Ende Juli stattfinden, damit Madame nicht vom Regen verunstaltet werden konnte. Ok, das war fies von mir, aber so dachte ich nun mal.

Warum ich mich nur für die Braut freute und nicht für den Bräutigam? Die Braut bekam einen tollen, gut aussehenden, lustigen, intelligenten Mann. Sein Humor war wie meiner, ebenso seine leicht zynische Art. Selbsterklärend, dass wir beide in sehr jungen Jahren eine Affäre hatten. Und zwar im letzten Lehrjahr, welches wir in der selben Firma verbrachten. Es war besser, dass wir nie zur gleichen Zeit in der selben Filiale arbeiteten. Sonst wäre es wohl mit der Konzentration vorbei gewesen. Mit einem guten Lehrabschluss ebenso. Nach weniger als einem Jahr war es vorbei mit uns. Dachten wir. Denn danach ging es noch fast drei Jahre in einem komischen und anstrengenden Modus weiter. Jedes Mal, wenn wir uns sahen, war alles wieder beim Alten. Wir konnten die Finger und Münder nicht von einander lassen, um dann doch froh zu sein, wieder heim gehen zu können. Wie gesagt, es war komisch. Der Vergleich mit einem Gummiband traf es gut. Du willst es bis zum äussersten dehnen und ausreizen um dann zu merken, jetzt muss ich aufhören sonst kommts nicht gut.

Es kam der Tag an dem er mir erzählte, dass er seine Traumfrau gefunden hätte. Na bravo, was hatte das mit mir zu tun? Das sagte ich natürlich nicht, sondern zeigte die von ihm erwünschte Freude für sein neues Glück. Ich wollte sofort ein Foto sehen. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen. Langweilig und nichtssagend trifft es wohl am besten. Es war nicht meine grosse Liebe, sondern seine. Wir plauderten bei einem gemütlichen Abendessen (ich weiss heute noch genau wo) auf einer Terrasse in Zürich-Witikon. Er schwärmte von Corinne (allein der Name ist schon doof) und erzählte mir alles haarklein. Wie und wo er sie kennen lernte, was sie arbeitete, was ihre Hobbys waren und wie es zur Liebe kam. Ich dachte mir nur jaja, erzähl mir was Du willst, ich gebe Dir sechs Monate und Du findest sie langweilig. Oder sie Dich.

Sechs Monate und einige brave Abendessen später erzählte er mir freudenstrahlend, dass sie heiraten würden. Ach Du heilige Scheisse, das konnte nicht sein ernst sein? So schnell? Meine Fragen sprudelten nur so heraus. Ist sie schwanger, bist Du sicher, meinst Du nicht, es ist zu früh, was sagen Eure Eltern. Es war zwecklos. Jede Antwort kam wie aus der Pistole geschossen. Nein sie sei nicht schwanger, ja er sei sehr sicher, er fände es nicht zu früh und beide Elternpaare freuten sich. Auch das noch! Etwas eifersüchtig war ich schon, wenn ich ehrlich war. Auch wenn ich ihm sein Glück schon gönnte. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen was er an dieser faden Frau mit den mausbraunen Haaren fand. Ebenso konnte ich mir nicht vorstellen, dass sie mit unseren gemeinsamen Abendessen einverstanden sein würde. Geschweige denn die Cabrio Ausflüge zum »Moosseeli». Naja, wir würden sehen. Ok, auch das war fies, denn ich wäre genau gleich.

Zwei Wochen danach kam mitte Januar per Post die besagte Einladung zu seiner Hochzeit.

Unser Kontakt wurde viel weniger. Das war verständlich, denn eine Hochzeit zu planen, war keine Kleinigkeit. Ab und zu telefonierten wir oder fragten per sms nach dem Befinden des anderen. Ende März schrieb er mir, dass wir uns ganz dringend sehen müssen, er hätte mir etwas zu erzählen, was er nur persönlich könne. Ich hatte die Befürchtung, dass er Vater würde. Ich irrte mich – und zwar ganz gewaltig. Als er dann noch sagte, er müsse mir beichten, dass ich zu ihm kommen müsse, er hätte gerade keinen Führerausweis war ich etwas erstaunt. Doch das war kein Problem, wir wohnten beide in Zürich. Auch da irrte ich mich. Da sei noch eine Kleinigkeit, er wohne nun in Sirnach. Wo bitte? War er jetzt völlig durchgedreht? Der Urzürcher war in den Kanton Thurgau gezogen? Gehts eigentlich noch? Gut, dann würde ich am Samstag eben nach Sirnach fahren. Aber Moment mal, das geht ja gar nicht, er wohnte doch mit seiner zukünftige Frau zusammen. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie sich über meinen Besuch freuen würde.

Ausser eben, falls sie tatsächlich ein Baby bekämen, dann wollte sie vielleicht mit dabei sein, wenn er es seiner besten Freundin erzählte. Das konnte ja heiter werden. Wir Frauen würden uns kennen lernen, ich musste gute Miene zum Babyglück machen. Hoffentlich kam es ihm nicht in den Sinn mich zu fragen ob ich Gotti werden möchte. Bitte, bitte nicht!

Am Samstag fuhr ich nach Sirnach, ohne Navi im Auto und habe mich einige Male verfahren. Das war meiner Laune nicht zuträglich. Ausserdem regnete es in Strömen und war früh am eindunkeln. Im Gepäck hatte ich ein hübsch verpacktes Schächtelchen mit Luxemburgerli vom Sprüngli. Ich konnte einer Schwangeren ja kaum Prosecco oder Wein mitbringen. Obwohl ich muss zugeben, kurz habe ich mit dem Gedanken gespielt. Denn dann dürfte sie nicht davon trinken, nur er und ich. Das habe ich aber wieder verworfen und stattdessen einen Frühlingsstrauss organisiert und die Luxemburgerli.

Endlich habe ich das blöde Haus in der Pampa gefunden, welches bedauerlicherweise sehr hübsch war. Ein wirklich stilvolles Riegelhaus mit vier Wohnungen. Mit netter Aussicht ins unverbaute Grüne. Ich parkiere, steige aus und begebe mich mit Blumen und Süssigkeiten in der einen, die Handtasche in der anderen Hand zur Haustüre. Ich klingle, es summt, ich trete ein und steige ins Obergeschoss. Selbstverständlich wohnen sie in der teuren Dachwohnung.

Sofort reisst Roland die Wohnungstüre auf, zieht mich an sich, umarmt mich innig und küsst mich etwas zu stürmisch drei mal auf die Wangen. Ich war verwirrt. Wo ist Deine Angebetete fraget ich ihn sofort. Die sei bei einer Freundin das ganze Wochenende. Ooooookaaay, das war sonderbar. Warum bin ich hier fragte ich zuerst mich, dann ihn. Ich solle doch erstmal reinkommen und es mir gemütlich machen. Es folgte eine kurze Wohnungsbesichtigung. Schön war es, das musste ich zugeben. Wir stellten die Blumen in eine Vase, die Luxemburgerli in den Kühlschrank. Hätte ich doch bloss Wein und oder Prosecco mitgebracht. Als hätte er meine Gedanken gelesen standen da zwei eisgekühlte Gläser Prosecco vor uns. Was kommt jetzt wohl?

Sie hatte ihn betrogen, sie hatte ihn tatsächlich betrogen. Oha… damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. In Blitzgeschwindigkeit überlegte ich, was für eine Reaktion angemessen war. Mit Mitgefühl oder Zynismus nach dem Motto ich habe es dir doch gesagt? Ich versuchte es mit einer Mischung aus beidem. Es täte mir sehr leid, wunderte mich aber nicht. Da schaute er mich an und ich entdeckte doch tatsächlich Tränen in seinen Augen. Auch das noch. Dann musste ich wohl die Einfühlsame sein. Ich tastete mich heran, wie schlimm es denn sei. Ob er bereit war ihr zu verzeihen, weil er sie doch so sehr liebte. Da sagte er, das sei noch nicht alles. Sie sei dieses Wochenende nämlich nicht bei ihrer Freundin sondern bei ihm. Das ganze Wochenende. Sie hätte ihn nicht nur betrogen, sondern sei am überlegen ob sie ihn verlassen und sich für den neuen entscheiden solle. Das fand ich dann doch etwas krass und sagte es ihm auch. Also bitte, knapp vier Monate vor der Hochzeit war ein sehr ungünstiges Timing. Aber wo die Liebe hinfällt…

Roland gestand mir, dass er sie noch liebte und ihr verzeihen würde, wenn sie nur bei ihm bliebe. Echt jetzt? Ich füllte unsere Gläser neu und machte ihm einen Vorschlag. Wer seine Liebe so mit Füssen treten würde hätte eine Rache verdient. Ich schlug ihm vor, dass ich mich mit ihm an ihr rächen wollte. Mit Freuden sogar. Ihm fielen zuerst fast die Augen aus dem Kopf. Doch dann kam der alte, mir nur zu gut bekannte Roland mit seinem pragmatischen Zynismus hervor. Die schon wieder leeren Gläser füllte er noch mit dem restlichen Prosecco. Dann fragte er mich ob er das richtig verstanden hätte, dass unsere Rache gemeinsamer Sex sei. Selbstverständlich hatte er richtig verstanden. Ich sah ihm an, er war noch nicht ganz überzeugt. Er war ein grundehrlicher und anständiger. Aber sein Ego und sein Herz waren ziemlich hart attackiert und getroffen worden. Seine Ehre war angeknackst. Doch schlussendlich war er auch (nur) ein Mann.

Wir redeten vorerst nicht mehr darüber, sondern steuerten die Küche an. Dort kochten wir bei einer guten Flasche Rotwein Tomatenspaghetti. Dafür dass er gerade hart einstecken musste, war er ziemlich fröhlich. Nicht mehr so zerknirscht und traurig wie in dem Moment als er mir die Türe öffnete. Das war vielleicht auch ein kleines bisschen dem Alkohol zuzuschreiben Wir plauderten über alte Zeiten. Zogen über alle gemeinsamen Kollegen her die wir kannten. Schnödeten und lästerten wie zwei alte Weiber. Die Weinflasche wurde leer, die Spaghetti waren fertig. Wir setzten uns an den Tisch. Er öffnete die nächste Flasche Rotwein (ein teures Geschenk des zukünftigen Schwiegervaters. Höhöhö…) und wir genossen den guten Tropfen und die leckeren Spaghetti.

Danach stapelten wir alles in der Küche und liessen uns aufs Sofa sinken. Sollte doch die unterm Zaun durchfressende Corinne morgen Abend den Abwasch machen, wenn sie heimkam. Wir stellten den Fernseher an und begannen wild zu knutschen. Darauf hin wollte er ins Schlafzimmer wechseln, doch das brachte ich nicht fertig. Das war mir doch zu persönlich im Ehebett der beiden. Wir gönnten uns noch die ganze Schachtel Luxemburgerli mit einem Schlummertrunk und verbrachten eine sehr abwechslungsreiche, nette Nacht auf dem Sofa.

Der Morgen danach war für beide etwas peinlich. Bald fuhr ich nach Hause und überliess den armen Roland seinem Schicksal inklusive der unaufgeräumten Küche. Ich Schlechte.

Es vergingen sechs Wochen, ohne dass wir uns hörten oder lasen. Dann rief er mich an, völlig aufgelöst, weinend, am Boden zerstört. Zuerst verstand ich gar nichts, erst als er sich ein wenig beruhigte begriff ich, dass die Hochzeit nicht stattfinden konnte, weil noch schlimmeres passiert war. Ich dachte mir, ja gut sie ging fremd, hat sich in dem Fall offenbar für den anderen entschieden. Es war besser, dass die Hochzeit nicht stattfand. Da konnten sich viele ganz viel Geld sparen, das Brautpaar sowieso. Roland sagte, wir müssen uns sofort, also wirklich sofort treffen.

Gesagt getan. Wir trafen uns am Abend zum Essen. Langer Rede kurzer Sinn, sie hatte sich für den anderen entschieden – wen wunderts. Dann kam die Krönung, sie war der Meinung die Hochzeit müsse stattfinden. Es sei schon alles perfekt geplant und durchgetaktet, das Kleid gekauft und fast alles bezahlt. Da wäre es doch schade, wenn man alles abblasen würde. Ausserdem hätten sie dann noch etwas Zeit zu überlegen, wie sie den ganzen Schlamassel ihrer beider Familie beibringen könnten. Oh Mann… das war doch nicht ihr Ernst oder? Ich fragte ihn wie er das sehe. Da merkte ich, dass er vor lauter Enttäuschung, Schmerz und Überforderung gar keine eigene Meinung hatte. Meine Meinung war ganz klar. Abblasen, fertig, aus die Maus. Das sollte sie das machen, sie war ja auch der Auslöser und sollte jetzt dafür gerade stehen. Einmal mehr irrte ich mich. Er fügte sich ihr auch dieses Mal.

Es hätte nicht mehr viel gebraucht und wir hätten uns zerstritten. Ich habe wie blöd auf ihn eingeredet, habe alles versucht um ihn umzustimmen. Das war doch absurd. Ja, Menschen verlieben sich, ändern sich, trennen sich. Dann steht man hin und regelt das wie erwachsene Menschen. Aber nein, das konnten sie nicht. Ich verstand es nicht. Er flehte mich an, dass ich trotzdem zur Hochzeit kommen solle. Ich war die einzige (nebst ihrem neuen Mann), die von der Sache wusste. Ich sei seine emotionale Stütze an diesem Tag.

Der grosse Tag näherte sich. Zwei Wochen davor rief er mich an. Noch zerstörter als beim letzten Mal. Er konnte es nicht am Telefon erklärten.  Also gab es ein weiteres Abendessen, diesmal bei mir zu Hause. Ich sah, Roland konnte nicht mehr, er war wirklich am Ende. Er tat mir leid, ohne dass ich wusste was diesmal passiert war. Es sei das Kleid, erklärte er mir. Das Kleid, massgeschneidert und schweineteuer passte nicht mehr. Dann geht halt zurück zum Schneider und lasst es entsprechend anpassen, das sei doch kein Drama antwortete ich. Genau in diesem Moment als ich ihm dies vorschlug fiel bei mir der Groschen. Verdammte Scheisse, die Schlampe ist schwanger. Das gabs doch nicht. Er sah mir meine Erkenntnis wohl an und brach erneut in Tränen aus. Ok, ein Plan muss her und zwar schnell. Ich sah genau zwei Möglichkeiten. Entweder würde nun diese vermaledeite und zum scheitern verurteilte Hochzeit umgehend abgesagt. Oder aber sie musste das Kleid von einem Top-Schneider entsprechend anpassen lassen. Denn die Fremdgängerin war bereits im vierten Monat schwanger. Es dauerte zwar nur noch zwei Wochen bis zur Vermählung. Aber da kann zentimetermässig eben doch noch einiges passieren.

Er entschied sich, das ganze durchzuziehen. Ich war fassungslos.

Dann war DER Tag. Ein wunderschöner, sonniger Sommertag. Die Vögel zwitscherten, die Sonne strahle, die Wiesen, Felder und Blumen blühten. Es war perfekt. Die bezaubernde Kirche auf dem Hügel in Zürich-Witikon war majestätisch schön. Alle Gäste waren bester Laune, freuten sich über das Liebesglück, das in der nächsten Stunde vor Gott besiegelt wurde. Der Bräutigam fuhr im Oldtimer vor. Die Braut sass in einer Kutsche die von zwei wunderschönen Pferden gezogen wurde. Es war wie im Märchen. Der Braut sah man nichts an. Sie strahlte mit der Sonne um die Wette. Der Bräutigam beherrschte sich so gut es ging. Seine Miene hätte man genau so gut deuten können, dass er vor Rührung versuchte sich zu beherrschen.

Ich war verstört. Ich liebte Hochzeiten. Mein Weinen bei jeder Hochzeit war Programm. Noch heute kommen mir die Tränen, wenn ich eine Braut sehe, selbst wenn ich sie gar nicht kenne. Ich sass in der dritten Bankreihe und heulte Rotz und Wasser, aber nicht vor Rührung. Sondern weil mir Roland so leid tat und vor Wut auf die Braut. Der Gedanke, dass in dieser Kirche in diesem Moment alle belogen und betrogen wurden war erdrückend und schrecklich. Ich musste mich sehr beherrschen, um nicht die Wahrheit rauszuschreien und dann aus der Kirche zu flüchten. Jedes Lied, jede Rede, der Segen des Pfarrers – alles auf einer Lüge aufgebaut – wie furchtbar. Irgendwann war dieser Tag vorbei.

Zwei Wochen später ruft mich Roland an. Selbstverständlich immer noch am Boden zerstört. Die Familien wussten immer noch von nichts. Corinne sah man die Schwangerschaft schon deutlich an. Ausserdem müsste er nach der Geburt zum Vaterschaftstest antreten. Das war zum Kindesschutz. Da er zum Zeitpunkt der Geburt rechtlich gesehen der Vater war, musste er nun noch 1800 Franken bezahlen um zu beweisen, dass er nicht der Vater war. Würde er dies nicht machen, wäre er die nächsten (mindestens) zwanzig Jahre dazu verpflichtet Alimente zu bezahlen. Das machte zwar Sinn, war aber nicht fair. Die ach so tolle Corinne hatte nicht einmal soviel Anstand, diese Kosten selbst zu tragen. Der Test ergab dass er zu 99.9% nicht der Vater war. Immerhin.

Als Corinne im sechsten Monat, aufgedunsen und unübersehbar schwanger war, haben sie es ihren jeweiligen Eltern gebeichtet. Die Scheidung wurde eingereicht und kurz nach der Geburt waren sie geschieden. Was für ein trauriges Ende einer einst so blühenden Liebesgeschichte.

Heute ist Roland glücklich verheiratet. Sie haben zwei gesunde, wunderbare Jungs. Er hat längst wieder Boden unter den Füssen und hat wieder Halt gefunden. Das mag ich ihm von Herzen gönnen. Das letzte Mal, das ich ihn gesehen habe war bei der unglückseligen Hochzeit. Das letzte Mal als ich ihn hörte war, als er mir erzählte, dass die Eltern informiert seien.

Heute lese ich von ihm nur noch ganz selten in den sozialen Medien und freue mich dass es ihm gut geht.»

«Phuu ja das war wirklich eine spezielle Hochzeit, vielen Dank für diese Geschichte liebe Sabine. Magst Du mir noch Dein Lieblingszitat  und Menü verraten?»

«Wenn einem die Treue Spass macht, dann ist es Liebe.»

Hier geht’s zum Liebling Rezept von Sabine.

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